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Berlin, Anfang November 2005: langsam sickern die ersten Schweinerreien durch
Kompromisse haben immer was faules. Die Mehrwertsteuererhöhung ist das größte anzunehmende Übel. Statt 18% wie von der Union vor der Wahl angekündigt werden jetzt satte und gleichzeitig krumme 19% ins Spiel gebracht. "Wir sagen vor der Wahl, was wir nach der Wahl machen." Weil die Union die Reichensteuer akzeptieren muss, wird an der Mehrwertsteuerschraube noch stärker gedreht. Steuervereinfachend wären übrigens 20%, weil ein Kaufmann das spielend ohne den Taschenrechner zu suchen im Kopf rechnen kann.
Volkswirtschaftlicher Schwachsinn bleibt die Merkelsteuererhöhung trotzdem, da die Binnennachfrage dadurch kaum belebt wird. Deshalb Mehrwertsteuererhöhung nein, Haushaltskonsolidierung ja. Dazu muss man allerdings die Verwaltung reformieren, den Beamtenstatus entstauben, unbequeme Entscheidungen treffen und Handeln statt nur zu Reden.


Rom, im November 2005: Da flüstert der Stoiber dem Papst, dass er mit Merkel nicht kann. Die Wähler können übrigens auch nicht mit ihr. Der Unterschied ist: Der Stoiber kann sich zurückziehen, wir Wähler müssen jetzt das Ergebnis ertragen.


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