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Nürnberg, 24. September 2005: Wahl- Weinnachlese bei "Angela? Nein Danke" In kleiner Runde trafen sich Martin und Rudi, die zwei Köpfe von "Angela? Nein Danke", Marie-Luise, die am Infostand von "Angela? Nein Danke" schwer aktiv war, der Kaberettist Bernd Regenauer sowie ein bekannter Journalist der Nürnberger Zeitung zum Plausch und zur Koalitionsweinprobe in der Weinhalle Nürnberg. Fazit der Veranstaltung: Egal ob Grüner Veltliner, Gelber Muskateller, Pinot Noir oder Reds. Einfache Trinkweine sollten wie Parteien nicht auf die Schnelle gemischt bzw. nicht zusammen getrunken werden. Die sehr unterschiedlichen Weißweine Grüner Veltliner (ideal zu Gemüse) und Gelber Muskateller (strahlend im Anblick, ein echter Spaßwein) können nur unter großen Anstrengungen zusammengebracht werden und harmonieren nur schwer. Die Beimischung von Pinot Noir ist ein explosives Gemisch, das im Abgang die dominante Säure des Grünen Veltliners einsam hinterlässt. Der Pinot Noir ein großkoalitionärer Rotwein, war von der Qualität eher ein Wein zur Überbrückung zwischen zwei Gängen, allerdings werder Fisch noch Fleisch sollte dann gereicht werden. Marie-Luise konnte sich als einzige richtig für diesen stabilen Wein begeistern. Gespannt wurde der Öffnung des Reds entgegengesehen. Ist doch auf jedem Korken ein kleiner Karl Marx zu sehen. Obwohl im Farbton etwas leicht braunstichig waren die versammlten Weinfachleute einhellig der Meinung, dass bei entsprechender Lagerung die Annäherung dieses Weines an die anderen möglich ist. Am Ende war klar, eine gute Koalition braucht wie guter Wein Zeit. Die SPD sollte ruhig abwarten, welche Konstellation das beste Ergebnis bringt. Der Rote gehört auf jeden Fall mit an den Tisch und ist auch für lockere Gesprächsrunden ein geeigneter Wein.
Der Zielsetzung von "Angela? Nein Danke" entsprechend wurde der zwar leicht bekömmliche aber Kopfschmerzen fördernde Rotwein Pinot Noir abgelehnt. Auch die jamaikanische Cuvée ist absolut unbekömmlich. Was bleibt ist die Aufforderung, dass sich das linke Spektrum bei einer guten Flasche Wein zusammenraufen sollte und sei es nur zum Zwecke, die anderen bekömmlicher zu machen.
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Deutschland, 23. September 2005: Der Stern berichtet unter "Vom Wähler überrumpelt" über die Fehlleistungen der Demoskopen. Auch die Gründe für das Versagen sind unglaublich, siehe unten.
Schwachsinnsargument 1: 29% die Wähler haben sich erst in der letzten Woche entschieden! Das bedeutet bei den Unentschlossenen haben nur ca. 17 bis 19% Union gewählt und 18 bis 20% der unentschlossenen haben FDP gewählt. Und das will wirklich keiner gemerkt haben wohin die Unentschlossenen tendieren??? Bis zum 15.9. hat Allensbach beispielsweise erhoben!
Schwachsinnsargument 2: Es könnte eine hohe Zahl konservativer Wähler geben, die Angst haben vor der kinderlosen Protestantin Merkel und diese wollten bei den Befragungen nicht als spießig gelten, es ist ihnen peinlich ihre wahre Wahlabsicht zu äußern. Das ist wohl die abstruseste Lachnummer im Sternartikel. Wer allerdings weiter liest erkennt, dass diese Aussage noch getoppt wird:
Schwachsinnsargument 3: "Ähnliches gilt für Frauen, die sich vom Selbstbild her für "emanzipiert" halten, aber lieber den Macho Schröder wählen ...." Hier fällt uns nichts mehr ein, wir lernen, die pseudoemanzipierten Damen wollen lieber einen Macho und diese Spezies gibt es Massenhaft! Dieser Beitrag verdient die Prämierung als das am besten versteckte Vorurteil gegen Frauen. Wir freuen uns auf den Wahlauftritt von Stoiber 2009 mit der Aussage: "Es kann nicht sein, dass die Frustrierten wieder bestimmen, dass ein Macho Bundeskanzler wird."
Die peinlichen Auftritte von Stern-Redakteur Hans-Ulrich Jörges in diesem Wahlkampf werden im Sternheft natürlich verschwiegen. Trotzdem grinst Jörges gleich im Anschluss an den Demoskopen-Artikel frech vom Papier runter. Wir erinnern uns an den Jörges Kommentar zwei Wochen vor der Wahl: "Gerhard Schröder kann den Machtkampf gegen Angela Merkel nicht mehr wenden - das Gerede von vielen unentschlossenen Wählern ist ohne Substanz"
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